Hochbegabte Kinder sind eine echte Herausforderung für Eltern. Eltern, die hochintelligente Kinder haben, stehen heutzutage häufig unter großem Druck und werden zum Teil sogar von vielen Seiten verunsichert oder diskriminiert.

Sie haben oft einen langen Leidensweg hinter sich, bis sie endlich durch einen Intelligenztest erfahren, dass ihr Kind gar nicht so „schräg“ ist und auch kein ADHS hat, sondern dass ihr Kind hochbegabt ist!

Doch nach der ersten Erleichterung beginnt dann erst die Arbeit für die Eltern, die hochbegabte Kinder haben – eine echte Herausforderung!

Häufig wird ein Test für Kindergartenkinder von Laien angezweifelt. Hochbegabung bei so jungen Kindern gäbe es gar nicht, d. h. man könne hochbegabte Kinder gar nicht so früh erkennen, sondern das sei alles ein Entwicklungsvorsprung und würde sich verwachsen, heißt es, und schon gar nicht sollte man hochbegabte Kinder fördern, sondern man solle sie spielen lassen. Bei so viel Gegenwind verzweifeln einige Eltern und fühlen sich oft allein gelassen.

Haben die Eltern nach langer Suche endlich eine Grundschule für Hochbegabte gefunden, geht der Kampf erst richtig los, denn es gibt Wartelisten bei viel zu wenig verfügbaren Plätzen. Viele Eltern nehmen für ihre hochbegabten Kinder sogar einen Umzug in Kauf, was mit hohen Kosten und viel Aufwand verbunden ist. Zudem kann man auch gar nicht so sicher sein, ob die Schule Hochbegabten tatsächlich die intellektuelle und vor allem individuelle Förderung bieten kann, denn auch hier gibt es zahlreiche Mogelpackungen. Häufig erfahren Eltern, die hochintelligente Kinder haben, viel zu spät, dass die Schule für Hochbegabte gar nicht so geeignet ist wie im Internet und auf dem Hochglanzprospekt angepriesen. Pech gehabt.

Oft wird den Eltern auch unterstellt, sie wollten nur eine Ausrede dafür haben, dass ihr Kind die Schule verweigere, schlechte Noten schreibe, die Hausaufgaben täglich ein Horror seien, das Kind als „Klugscheißer“ daher komme und noch dazu wenig gleichaltrige Freunde habe. Viele Eltern und auch deren hochbegabte Kinder werden sogar in der Schule gemobbt oder ausgegrenzt und brauchen enorm viel Kraft, um ihren Alltag zu bewältigen und sich nicht unterkriegen zu lassen.

Eltern, die hochbegabte Kinder haben, wünschen sich daher oft einen Austausch auf Augenhöhe, einen sicheren Rahmen, der die Möglichkeit bietet, nicht nur unzensiert über Hochbegabung bei Kindern und deren Besonderheiten sprechen zu können, sondern sich ernst genommen und verstanden zu fühlen.

Auch wünschen sich diese Eltern qualitativ hochwertige Aufklärung darüber, wie man hochbegabte Kinder rechtzeitig erkennen kann, wo man geeignete Psychologen für einen Intelligenztest für Kinder findet und worauf man insgesamt achten sollte, wenn man hochbegabte Kinder fördern will. Denn es ist nicht damit getan, eine geeignete Grundschule für Hochbegabte zu finden oder das Kind zu speziellen Kursen für Hochbegabte zu fahren oder mit ihm drei Fremdsprachen oder drei Instrumente zu lernen.

Hochbegabte Kinder fördern heißt vor allem, ihnen die Freude am Lernen zu vermitteln, Erfolgserlebnisse zu ermöglichen und sie in ihrer Persönlichkeit zu stärken. Hochbegabte Kinder fördern heißt auch, ihnen klare Regeln zu vermitteln und konsequent einzuhalten und ihnen Strategien an die Hand zu geben, mit Neid anderer Menschen sowie mit Unterforderung angemessen umzugehen und auch Frustration auszuhalten. Hinzu kommt, dass hochbegabte Kinder Freundschaften auf Augenhöhe benötigen und mit gleichaltrigen Kindern daher oft wenig anfangen können. Diese zu finden, wird oft wie die Suche nach der Nadel im Heuhaufen.

Wo aber können Eltern, die hochintelligente Kinder haben, diese Unterstützung finden? Es gibt einige etablierte Initiativen, die hochbegabte Kinder fördern, wie z. B. die Deutsche Gesellschaft für das hochbegabte Kind (DGhK), das Labor Logizack GmbH oder die Hochbegabtenförderung e. V. Darüber hinaus gibt es zahlreiche Internetforen und Hochbegabten Gruppen im Internet. Doch auch hier heißt es wachsam sein, denn bei den meisten Internetforen kann sich jeder anonym anmelden, der glaubt, ein hochbegabtes Kind zu haben, eine Identitätsprüfung oder Qualitätskontrolle findet dort meistens nicht statt. Eine Ausnahme davon ist die Plattform Clever People, die vor der Registrierung sowohl eine Identitätsprüfung als auch einen Intelligenznachweis durch einen Intelligenztest mit mind. IQ 120+ voraussetzt.

In Summe sind hochbegabte Kinder für Eltern nach wie vor eine echte Herausforderung, aber auch ein ganz besonderes Geschenk, und es lohnt sich, dafür zu kämpfen und sich vor allem nicht von Kleingeistern klein reden zu lassen. Liebe Eltern – ihr habt das Recht und auch die Verantwortung, für eure hochintelligenten Kinder einzustehen, denn wenn ihr als Eltern es nicht macht, dann macht es niemand. Also – dran bleiben und vor allem den Humor bewahren, dann kommt das alles gut!

Dr. Karin Joder, Begabungsdiagnostik, Coaching und Netzwerken für Hochbegabte.