Einfach wieder durchstarten nach dem Lockdown?

Dieser Artikel beleuchtet die wesentlichen psychologischen Folgen des Lockdown während des Covid-19-Desasters. Er zeigt auf, welchen zentralen Denkfehlern viele Entscheidungsträger dabei unterliegen und welcher Schaden – und sei es aus Unwissenheit – dadurch angerichtet wird. Ein Umdenken ist aus psychologischer Sicht dringend erforderlich.

Nachdem das gesellschaftliche und wirtschaftliche Leben, das Bildungs- und Gesundheitssystem in den letzten Wochen massiv heruntergefahren wurde, soll es jetzt möglichst schnell wieder hochgefahren werden. Die Menschen sollen möglichst schnell wieder durchstarten, arbeiten und konsumieren, um vor allem die wirtschaftlichen Folgen der Krise aufzufangen.

Was man bei allen Parolen zum „Wir-Gefühl“ und „Anpacken gegen die Krise“ leider vergisst, ist der Faktor „Mensch“ bzw. die Psyche des Menschen.

1. Zentraler Denkfehler: „Wir gehen von 0 auf 100 und starten richtig durch!“

In der Psychologie ist das „Konzept der Selbstwirksamkeit“ von großer Bedeutung für die Erklärung von Gesundheit, Widerstandskraft sowie von Leistungsmotivation. Dieses Konzept beinhaltet vereinfacht beschrieben, dass Menschen, die das Gefühl haben, selbst und aus eigener Kraft etwas bewirken zu können, sowohl widerstandsfähiger und gesünder als auch motivierter zur Leistung sind als Menschen, die das Gegenteil dessen erleben – Ohnmacht.

Zur Selbstwirksamkeit gehört unter anderem das Gefühl subjektiver Sicherheit, dass mögliche Anstrengungen, die aus eigener Kraft unternommen werden, auch zum Erfolg führen. Bezogen auf Covid-19 bedeutet Selbstwirksamkeit, dass nicht die Gefahr droht, dass der nächste willkürlich beschlossene Lockdown wieder alle Anstrengung zunichtemacht.

Zur Selbstwirksamkeit gehört bei der arbeitenden Bevölkerung vor allem die subjektive Sicherheit, dass das Geld, das mit dem eigenen Arbeitseinsatz erwirtschaftet und versteuert wurde, nicht in Kürze wieder als „Vermögensabgabe“ oder „Solidarbeitrag Nr. x“ doppelbesteuert wird, indem eine bedingungslose Umverteilung dieser Gelder an den Staat, an Großkonzerne und den nicht erwerbstätigen Bevölkerungsanteil erfolgt.

Wenn nun, wie in der Covid-19-Krise, den Menschen durch das Verbot der Ausübung ihrer selbständigen Tätigkeit oder durch die drohenden Insolvenzen ihrer Arbeitgeber oder durch drohende Vermögensabgaben dieses Gefühl der Selbstwirksamkeit genommen wird, entsteht das Gefühl von Ohnmacht. Überwiegt das Gefühl der Ohnmacht, sinken sowohl die Widerstandskraft und Gesundheit als auch die Motivation der Menschen, sich „auf Knopfdruck“ wieder für ihr eigenes Business oder das Unternehmen ihrer Arbeitgeber einzusetzen.

Der lethargische Stand-By-Modus, der sich während der langen Wochen des Lockdown bei vielen Menschen eingestellt hat, bleibt bei unzureichendem Gefühl von Selbstwirksamkeit erst einmal bestehen und jeder wartet ab, was noch kommt (oder auch nicht). Auch die Hoffnung, dass die Wiedereröffnung der Geschäfte und Restaurants zum erwünschten Konsum führt, wird eine Hoffnung bleiben, denn „Shoppen gehen“ ist für viele Menschen ein Event, das sie genießen möchten. Durch die Verpflichtung, atemerschwerende Masken zu tragen, werden die wenigsten Menschen großzügig „Shoppen gehen“, sondern die benötigten Waren online kaufen oder vorübergehend darauf verzichten. Vor allem die Unsicherheit über den Arbeitsplatz oder die Selbständigkeit führt bei vielen Menschen zu Vorsicht und Zurückhaltung bei Kaufentscheidungen.

Daher wird es aus psychologischer Sicht auch kein „Durchstarten der Wirtschaft“ in der nächsten Zeit geben, denn noch sind lebende Menschen mit ihren Emotionen daran beteiligt.

2. Zentraler Denkfehler: „Wir haben ein Verantwortungsgefühl“

Es gibt eine einfache Formel: Wer Rechte hat, hat auch Pflichten. Und wem die Rechte genommen werden, der fühlt sich auch nicht mehr verpflichtet.

In den vergangenen Wochen hat die deutsche Bevölkerung einen großen Teil ihrer Grundrechte abgeben müssen. Sowohl die Versammlungsfreiheit als auch die Freiheit zur Meinungsäußerung als auch das Recht zum Widerstand (Demonstration gegen Missstände) wurde neben anderen Grundrechten massiv eingeschränkt. Durch die Pflicht zur „sozialen Distanzierung“ wurden vor allem alleinlebende Menschen oder Menschen in Senioren- oder Pflegeheimen zum Teil über Wochen sozial isoliert. Soziale Isolation schwächt die Immunabwehr und die Widerstandskraft der Menschen. Soziale Isolation war schon früher eine Foltermethode, die nach gewisser Zeit nicht nur Depressionen, sondern auch den Wunsch nach Suizid hervorgerufen hat.

Zum „Wir-Gefühl“: Viele Polizeistationen haben während des Lockdown davon berichtet, dass Menschen bei der Polizei anrufen, um ihren Nachbarn zu denunzieren, weil er z. B. den Mindestabstand zu Besuchern nicht einhält oder Familienmitglieder empfängt, obwohl das per Notgesetz verboten ist. Das alles ist jedoch ein missverstandenes Verantwortungsgefühl und erinnert viele Menschen  eher an Maßnahmen der Stasi während der DDR-Zeit. Wenn der eine Mensch dem anderen nicht mehr trauen kann und Angst haben muss, denunziert und angezeigt zu werden, ist ein „Wir-Gefühl“ für den Mitmenschen kaum möglich.

Das Verantwortungsgefühl eines Menschen wird dadurch von einem „wir“ auf ein „ich“ reduziert – jeder wird sich selbst der Nächste.

Das zeigten u. a. die vielfach berichteten Szenen am Anfang der Covid-19-Krise, als Menschen mit Existenzängsten dem anderen im Supermarkt die Waren aus dem Einkaufswagen weggenommen haben.

Aus psychologischer Sicht ist zusammenfassend zu sagen, dass Einschränkungen der Grundrechte, Einschränkungen der persönlichen Bewegungsfreiheit und Einschränkungen des Privatlebens dazu führen, dass sich die entrechteten Menschen sowohl dem Staat als auch anderen Menschen gegenüber immer weniger verpflichtet fühlen und vermehrt danach streben, nur noch ihre eigenen Bedürfnisse zu erfüllen als mit einem echten „Wir-Gefühl“ in der Krise zusammen zu halten.

3. Zentraler Denkfehler: „Wir sind optimistisch und schaffen das“

Etwa seit Mitte März 2020 geht es in den Medien und auf den gängigen Social Media fast ausschließlich um die Schreckensbilder und –botschaften im Zusammenhang mit dem Coronavirus. Die psychologische Wirkung einer medialen Dauerbeschallung auf das Unterbewusstsein des Menschen mit „Corona – Covid-19-Krise – Gefahr – horrende Auswirkungen“ ist hier nicht zu unterschätzen.

In Nord-Korea beispielsweise, wo Social Media und Internet weniger genutzt werden, wird das Unterbewusstsein der Bevölkerung durch immerwährende Propaganda durch die Dauer-Beschallung aus Lautsprechern zur Akzeptanz der Staatsmeinung angeregt.

In Deutschland erfährt die Bevölkerung die täglichen News zu Covid-19 durch gängige Social Media, durch das Fernsehen und durch die inzwischen einseitige Berichterstattung der wenigen noch verbliebenen Verlagshäuser. Diese Informationsflut sickert als Dauerbotschaft und ungefiltert ebenfalls ins Unterbewusstsein der Menschen und bewirkt bei unkritischer Übernahme dieser Informationen, dass a) das eigenständige Denken verhindert, b) der kritische Geist gelähmt und c) Andersdenkende in nächster Umgebung ausgelacht oder als „Verschwörungstheoretiker“ zum Feindbild gemacht werden.

Optimismus und Leistungsmotivation sind unter diesen Bedingungen aus psychologischer Sicht nicht zu erwarten.

Interessant ist dabei die aktuelle Entwicklung, dass selbst fachlich fundierte Aussagen anerkannter medizinischer Wissenschaftler, die dem RKI oder der WHO oder der Bundesregierung widersprechen, mehr und mehr zensiert und von den gängigen Social Media gelöscht werden. Dazu hat der renommierte Psychologie-Professor Rainer Mausfeld in seinem Buch „Warum schweigen die Lämmer“ folgendes festgestellt: „Dissens wird geächtet.“ Wer nicht der vorgegebenen Meinung des Mainstream entspricht oder sich kritisch dazu äußert, ist inzwischen „Verschwörungstheoretiker“ und als solcher eine mögliche Gefahr für die Bevölkerung. Eine eigene  Meinungsbildung ist unerwünscht und Meinungsäußerung zunehmend unzulässig.

Unerwünscht sind beispielsweise kritische Hinweise auf die Tatsache, dass bei den Fallzahlen zu den „Covid-19-Toten“ in Deutschland nicht danach unterschieden wird, ob eine Person eindeutig „am Covid-19“ oder „mit dem Covid-19“ verstorben ist.

Das bedeutet, es wird nicht danach unterschieden, ob ein Mensch, der ohnehin mit hoher Wahrscheinlichkeit demnächst verstorben wäre, auch den Covid-19 hatte oder ob ein Mensch, der sonst überlebt hätte, nur aufgrund des Covid-19 gestorben ist. Die unabhängigen Hinweise fachlich anerkannter Virologen, die sich mit dieser Materie wirklich auskennen, werden dabei ignoriert oder als „verharmlosende Fake-News“ abgetan.

Aus psychologischer Sicht ist eine einseitige Berichterstattung an die Bevölkerung eine hochwirksame Maßnahme, sowohl das Unwissen als auch die Unsicherheit und Panik aufrecht zu erhalten und dadurch jeglichen Optimismus im Keim zu ersticken. Hinzu kommt, dass die aktuell zunehmende Zensur von Meinungen, die nicht der gewollten Mainstream-Meinung entsprechen, eher das Misstrauen der kritisch denkenden Bevölkerung schürt als dass es zu Vertrauen in die Regierung und deren Berater führt. Und dieses Vertrauen ist dringend erforderlich, um ein gemeinsame Miteinander im Sinne von „wir schaffen das“ zu erreichen und diese Krise dauerhaft und erfolgreich zu meistern.

Aus psychologischer Sicht wäre es klüger, fachlich belegbare Meinungen anderer Wissenschaftler und das Hinterfragen vermeintlicher „Tatsachen“ zuzulassen, als diese durch Zensur und Abmahnung zu unterdrücken.

Hinterfragen bedeutet nicht, Kritik am System zu üben. Hinterfragen bedeutet, die Richtigkeit von Aussagen zu überprüfen, denn eines ist klar: „errare humanum est“. Schnell kommt es zu Zählfehlern oder fehlerhaften Ableitungen aus Scheinkorrelationen, also fehlerhaft interpretierten Zusammenhängen bei bestimmten Ereignissen.

Auch darf man sich einmal die Frage stellen: Was passiert, wenn sich Hacker in die Server des RKI oder der WHO einloggen und die Zahlen manipulieren? Darf nicht mehr unabhängig überprüft und in Frage gestellt werden und wird das Hacking nicht bemerkt, kann dies verheerende Auswirkungen auf die Bevölkerung haben.

Da es bei allen Maßnahmen letztlich um die Gesundheit und den Schutz der deutschen Bevölkerung sowie um das Wohlergehen einer ganzen Nation geht, sollte der fachliche Disput sachlich, fundiert und öffentlich mit tragfähigen Argumenten geführt werden dürfen.

Einige meiner Klienten, die ich in den vergangenen Wochen psychologisch betreut habe, äußerten neben dem steigenden Misstrauen aufgrund der zunehmenden Zensur weitere massive Ängste, die jeglichen Optimismus ebenfalls im Keim unterdrücken.

Diese Ängste beinhalten interessanterweise nicht die Sorge um die körperliche Gesundheit im Kontext von Covid-19. Viele Menschen haben inzwischen die offiziellen Statistiken zu Todesursachen in Deutschland verglichen, verstanden und erkannt, dass die Sterblichkeitsrate durch Herz-Kreislauf-Erkrankungen, häusliche Unfälle oder Krebserkrankungen oder die ganz normale jährliche Grippewelle um ein Vielfaches höher liegt als die Sterblichkeitsrate durch Covid-19.

Ein großer Teil der Ängste der Menschen bezieht sich auf den Verlust des mühsam erarbeiteten Wohlstands durch zunehmende Arbeitslosigkeit, Firmenpleiten und Insolvenz bei Selbständigkeit.

Ein weiterer Teil der Ängste der Menschen bezieht sich auf den Verlust des Eigenheimes und der privaten Altersvorsorge durch den diskutierten „Lastenausgleich“ an den Staat zur Finanzierung der Überschuldung und zur Finanzierung der Großkonzerne und der hoch verschuldeten anderen EU-Länder wie z. B. Italien oder Spanien.

Hinzu kommt eine zunehmende Angst bei klar denkenden Menschen, dass in Kürze eine „Impfpflicht“ etabliert wird. Die aktuellen Gesetzesänderungen bereiten dafür den Boden, und nun ist es in der Wahrnehmung vieler Menschen nur noch eine Frage der Zeit, wann der „Impfstoff“ gefunden und für 7 Mrd. Menschen verpflichtend sein wird.

Hier werden vor allem Ängste vor nicht erforschten Nebenwirkungen des Impfstoffs thematisiert, allen voran Ängste vor Schäden wie diejenigen, die damals das Medikament „Contergan“ der Firma Bayer hervorgerufen hatte – körperliche Missbildungen und Schäden, gegen deren wirtschaftliche Folgen die Opfer zum Teil bis heute klagen. Viele Menschen, die Angst vor unausgereiften und vorzeitig zugelassenen Impfstoffen haben, haben konkrete Gründe dafür, da irreversible Impfschäden in den letzten Jahren in einigen Ländern wie z. B. Indien oder Afrika bereits vielfach beobachtet wurden. Hinzu kommen Ängste vor genmanipulierenden Zusatzstoffen oder heimlich hinzugefügten Zusätzen zur Sterilisation oder Zusätzen, die psychische Probleme hervorrufen.

Einige meiner Klienten äußerten dabei auch die Absicht, sich im Falle einer nicht mehr abwendbaren Impfpflicht zu suizidieren aus Angst vor diesen unvorhersehbaren Nebenwirkungen und undurchsichtigen Bestandteilen der gefürchteten Zwangsmedikation, die dann wiederum die Lebensqualität massiv beeinträchtigen könnten.

Dabei sind die Ängste der Menschen aus psychologischer Sicht absolut nachzuvollziehen. Wird ein Impfstoff vorzeitig und ohne seriöse Abklärung von Nebenwirkungen und Spätfolgen nicht nur zugelassen, sondern als Impfzwang oder im Tausch gegen die Grundrechte verordnet, stellt diese Substanz ein erhebliches Gesundheitsrisiko für die Bevölkerung dar.

Ein wenig Angst hält den Menschen wach und inspiriert dazu, Lösungen zu finden. Zu viel Angst jedoch lähmt. Wer vor Angst gelähmt ist, wird handlungsunfähig.

Ein Gefühl von „Wir sind optimistisch und schaffen das“ ist mit Aufbietung allen psychologischen Sachverstands unter den genannten Umständen nicht mehr zu erwarten.

Viele stellen sich dabei die Frage: Ist das möglicherweise von bestimmten Kräften so gewollt?

Es ist aus meiner persönlichen Sicht dringend erforderlich, in der aktuellen Phase der Covid-19-Krise nicht nur unabhängigen medizinischen oder juristischen Sachverstand, sondern auch unabhängigen psychologischen Sachverstand anzuhören, damit der Faktor „Mensch“ mit all seinen Ängsten, Sorgen und Nöten berücksichtigt werden kann – für ein echtes Wir-Gefühl und für das Wohlergehen der Menschen in unserem Land.

Über die Autorin: Dr. Karin Joder leitet das Unternehmen „Clever People – Das Netzwerk für kluge Leute“, ist Psychologische Psychotherapeutin und Master of Public Health (Gesundheitswissenschaftlerin / MPH) in eigener Privatpraxis für Hochbegabung in Kiel.

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Name *